Der aktuelle Gedanke

Die schwerste Entscheidung meines Lebens

von Egbert Schranz

Die schwerste Entscheidung meines Lebens

Die schwerste Entscheidung meines Lebens

Entscheidungen trifft man täglich, in nahezu jeder Lebenssituation.

Sie haben Auswirkungen, direkte – oft schon für den nächsten Moment gültige.
Indirekte, ein großes Ganzes umfassend, für Zeiten nach den nächsten Momenten.

Entscheidungen treffen – aus Sorge um Etwas, für Etwas, für Jemanden.
Entscheidungen treffen – und auch jeden Morgen aufstehen und wieder und immer wieder in den Spiegel schauen können!

Entscheidungen – authentisch für mich.
Entscheidungen – die ausdrücken, wie ich ticke!

ICH!

Muss auch Entscheidungen treffen, die andere betreffen.
Kann mich nicht in Neutralität flüchten – wie sollte ich jemals wieder in den Spiegel schauen und mich sehen? Aufrecht und getragen von meinem Rückgrat.

Der eigene Anspruch, eine perfekte Entscheidung zu treffen,
für einen anderen Menschen,
mit seinem eigenen Willen, nicht mehr artikulierbar.

Reanimation – ein unschlagbares Instrumentarium der Notfallmedizin in unserem Lande.
Vertretbar, wenn der Körper vorübergehend nicht weiter gehen kann. Überbrückung – bis zur Wiedererlangung der Fähigkeit, allein weiter zu leben. Mit Perspektive. Auf einen weiteren Lebensabschnitt.

Mutter (82), dement, bettlägerig, von Schmerzen gepeinigt und in einem Stadion, sagen wir dem letzten Ihres Lebens, vielleicht auch des vorletzten – Ihres Lebens.

Ein möglicher Herzstillstand. Ausloten, was sie vielleicht will.

Es fällt so verdammt schwer, hier eine kluge, richtige, ja perfekte Entscheidung für sie zu treffen.

Egbert Schranz
21.11.2017

 

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